Zu Fotograf(i)en nach Bautzen
- Hana Křížová
- vor 1 Tag
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 14 Stunden

Am Mittwoch, dem 18. März, machte ich mich auf den Weg nach Bautzen, wo ich ein Treffen mit dem örtlichen Fotoclub Fotofreunde Bautzen vereinbart hatte. Der Club hat zwölf Mitglieder und trifft sich regelmäßig einmal im Monat zu Sitzungen, die bis in die späten Abendstunden dauern. Und es handelt sich dabei ganz sicher nicht nur um „lockere Gespräche über Fotografie“.
Das Programm war überraschend intensiv – eine gemeinsame Bewertung der Fotos des vergangenen Monats (anonym und sehr ehrlich), die Auswahl des Fotos des Monats, das anschließend bis zur nächsten Abstimmung auf der Startseite der Website des Clubs präsentiert wird, Diskussionen über Fotowettbewerbe sowie darüber, wie sich die Fotografie als Disziplin weiterentwickelt. Es war interessant zu beobachten, wie offen und zugleich sachlich sie sich gegenseitig Feedback geben.
Übrigens wurde das Foto mit dem Titel „Im Glas gefangen“ (Autor: Steffen Hejduska) zum Foto des Monats gewählt, und auch ich habe dafür gestimmt. Das Bild hat mir wirklich sehr gut gefallen, und Sie können es sich in der Galerie unter diesem Artikel ansehen.
Ich kam vor allem nach Bautzen, um die Details eines gemeinsamen tschechisch-deutschen Fotoausflugs zu besprechen, den wir im Rahmen des Projekts InterBridge vorbereiten. Mit der Leiterin des Clubs, Sylvia Mönnich, und einem weiteren Mitglied, Frieder Molineus, hatte ich bereits zuvor E-Mail-Kontakt, doch das persönliche Treffen mit den Clubmitgliedern brachte alles deutlich voran. Die Sprachbarriere erwies sich letztlich als weniger problematisch, als man erwarten könnte – eine große Hilfe war eines der jüngeren Mitglieder des Fotoclubs, Thomas Neumann, der bereitwillig aus dem Englischen ins Deutsche übersetzte.
Wir einigten uns auf einen Termin im Mai und vor allem darauf, wohin die Reise gehen soll. Das größte Interesse aus unseren vorgeschlagenen Optionen weckte das ehemalige Militärgebiet Ralsko, das nicht nur deutliche Spuren der jüngeren Geschichte, sondern auch tiefere Schichten der älteren tschechisch-deutschen Vergangenheit bietet. Eine ideale Kombination für Fotografen: Landschaft, Urbex, Erinnerungen an den Ort und sichtbare Spuren der Geschichte.
Die Gruppe wird bewusst kleiner gehalten, damit jeder in Ruhe fotografieren kann. Ein Teil der Teilnehmenden wird aus dem Bautzener Fotoclub kommen, der Rest wird durch Interessierte aus der Universität des dritten Lebensalters an der TUL ergänzt, die sich im Rahmen ihres Studiums ebenfalls mit Fotografie beschäftigen. Es handelt sich also nicht um zufällige „Ausflügler“, sondern um Menschen, die sich bewusst mit Bildern auseinandersetzen und etwas Neues lernen möchten – voneinander und über Grenzen hinweg.
Das Ergebnis soll nicht nur das gemeinsame Erlebnis sein. Wir gehen davon aus, dass Fotografien entstehen werden, aus denen wir eine kleinere E-Publikation und voraussichtlich auch eine Ausstellung vorbereiten. Wir werden sehen, wie sich das Ganze natürlich weiterentwickelt.
Und da InterBridge nicht nur Kunst, sondern auch Wissenschaft verbindet, kam es auch zu einem kleinen improvisierten „Einblick in die Forschung“. Zufällig hatte ich Aufnahmen aus dem Elektronenmikroskop dabei – dünne Metallschichten auf textilen Materialien – und daraus entwickelte sich schnell eine interessante Diskussion über Materialien, Strukturen und das Bild als solches. Es zeigte sich, dass zwischen Wissenschaft und Fotografie eine überraschend enge Verbindung besteht.
Der gesamte Abend war nicht nur angenehm, sondern auch inspirierend. Und obwohl ich die Einladung zum Abendessen schließlich ablehnte, weil es schon recht spät war, gönnte ich mir zumindest einen ausgezeichneten Apfelstrudel mit Eis.
Am nächsten Tag spazierte ich noch durch Bautzen selbst – eine wunderschöne historische Stadt, die viele visuell interessante Motive und Winkel bietet. So füge auch ich, als völliger Amateur in der Fotografie, ein paar eigene Aufnahmen hinzu.
Jetzt freue ich mich einfach auf den Fotoausflug im Mai. Wenn die Atmosphäre auch nur halb so angenehm sein wird wie bei diesem Treffen, haben wir definitiv etwas, worauf wir uns freuen können.
Hana Křížová












































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