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Von Bautzen nach Ralsko: Bericht über eine gemeinsame Fotoexkursion

  • Autorenbild: Hana Křížová
    Hana Křížová
  • 3. Juni
  • 2 Min. Lesezeit

Am Samstag, dem 9. Mai, organisierten wir im Rahmen des Projekts InterBridge die bereits angekündigte gemeinsame deutsch-tschechische Fotoexkursion, die Fotografen aus Bautzen und Liberec zusammenbrachte. Und weil InterBridge nicht nur aus Konferenzen, Workshops und Ausstellungen besteht, sondern vor allem aus Menschen und gemeinsamen Erlebnissen, wollten wir eine solche Veranstaltung schon lange umsetzen.


Früh am Morgen starteten wir mit einem Minibus von Liberec nach Bautzen, wo sich uns sieben Mitglieder des Fotoklubs Fotofreunde Bautzen anschlossen. Auf tschechischer Seite nahmen Fotografen der Universität des dritten Lebensalters an der TUL teil, die sich im Rahmen ihres Studiums mit kreativer Fotografie beschäftigen. Es handelte sich also keineswegs um zufällige „Ausflügler mit Handys“, sondern um Menschen, die Fotografie ernst nehmen. 


Die erste Station war die Galerie Nová Perla in Kyjov bei Krásná Lípa. Die ehemalige Garnfabrik wird nach und nach in ein Kultur- und Gemeinschaftszentrum mitten in der Natur umgewandelt. Heute finden dort Ausstellungen, Workshops, Künstlerresidenzen und verschiedene kulturelle Veranstaltungen statt. Zum Areal gehören außerdem ein Café und Übernachtungsmöglichkeiten.

Das gesamte Objekt besitzt einen besonderen Charme – irgendwo zwischen industrieller Vergangenheit, künstlerischem Experiment und der leicht chaotischen Poesie alter Fabriken. Während unseres Besuchs hielt sich dort gerade eine deutsche Gruppe auf, die mit Textilien arbeitete und aus alten Stoffen und Seilen großformatige gewebte Objekte und Teppiche herstellte. Für Fotografen war dies eine ideale Umgebung: Strukturen, Materialien, Details, Licht und Atmosphäre überall.

Und ja – die vorbereiteten Sandwiches für unterwegs waren hervorragend. Das muss einfach erwähnt werden.


Am Nachmittag ging es weiter in das ehemalige Militärgebiet Ralsko – genauer gesagt in den Ortsteil Ploužnice. Dort verlagerte sich die Exkursion von Kunst und industrieller Ästhetik hin zu dem, was Fotografen als „Urbex“ bezeichnen – das Erkunden und Fotografieren verlassener oder verfallender Orte.

Verlassene Wohnblocks der ehemaligen sowjetischen Armee, Reste der Infrastruktur, von Vegetation überwucherte Betonkonstruktionen, der ehemalige Militärflugplatz und die umliegende Landschaft bildeten einen starken Kontrast zum morgendlichen Galeriebesuch. Unsere Führerin war die Architektin Helena Hlávková, die die Gruppe nicht nur durch Ploužnice selbst, sondern auch durch das Umfeld des ehemaligen Flugplatzes und zu den Resten der Eisenbahnbrücke über die Ploučnice führte. Ihre fachkundigen Erläuterungen verliehen der gesamten Route eine zusätzliche Dimension – plötzlich handelte es sich nicht mehr nur um „verfallene Gebäude“, sondern um eine Landschaft voller Spuren verschiedener historischer Epochen.

Den ganzen Tag über dolmetschte Herr Vitvar, der gleichzeitig auch selbst als Fotograf an der Exkursion teilnahm.


Wie erfolgreich die Fotoexkursion aus künstlerischer Sicht war, wird sich erst noch zeigen. Derzeit bereiten wir eine Online-Plattform vor, auf der die Teilnehmenden ihre besten Fotos hochladen können. Anschließend werden die Fotografen die Bilder gegenseitig bewerten. Die bestbewerteten Arbeiten sollen im Rahmen der InterBridge-Ausstellung im November in Kamenický Šenov präsentiert werden. Außerdem soll aus der gesamten Aktion eine kleine elektronische Publikation entstehen.


Und genau das ist vielleicht das Interessanteste daran: Fotografien von Orten, an denen Vergangenheit und Gegenwart, deutsche und tschechische Geschichte, Technik, Landschaft und menschliche Geschichten aufeinandertreffen. Genau solche Brücken versuchen wir im Projekt InterBridge zu schaffen.

Hana Křížová




 
 
 

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